Puhh. Gerade eben schlage ich die neue Ausgabe von essen & trinken (Nr. 2/08) auf – eigentlich für mich von vorne bis hinten immer ein Akt der totalen Freude – aber was sehe ich: “Geprüft auf Herz und Nieren”. Eine komplette Rezeptstrecke mit Innereien: Leber, Nieren, Herz, Kalbsbries und sogar Lunge. Da kann ich gar nicht hinschauen. Ich kann einfach keine Innereien essen oder schon gar nicht kochen. Wenn ich nur über die Konsistenz beim Kauen nachdenke – pupupu.
Trotzdem scheint das Kochen mit Innereien wieder zum Trendthema zu werden. Auch die Molekularküche spricht davon, dass man von einem Tier rein ethisch alles verwerten soll. So auch Innereien, Füße, Schwänze… Ich weiß nicht. Klar man kann nicht nur ein Tier für seine leckeren Teile, wie z.B. Lende, Hüfte etc., schlachten. Aber dann muss der Rest des Tieres am besten so schmackhaft in Wurst oder ähnlichem vom Metzger des Vertrauens verwertet werden, dass ich es persönlich nicht so direkt merke und sehe. Sorry da bin ich dann nicht mehr Gourmet, sondern Zicke.
Meine Schwiegermutter sagt ja immer zu mir: “Das Leckerste isst Du eigentlich nicht.” Und meint damit Dinge wie Zunge, Nierchen und Aal (klar keine Innerei, aber den esse ich auch nicht). Ich kann es einfach nicht. Vielleicht weil meine Mutter es auch nicht mag – keine Ahnung. Es ekelt mich einfach. Sonst esse ich wirklich alles, was man in unseren Breitengraden hier so auf den Tisch bringt (Anmerkung: Asien hat ja da auch noch schreckliche Dinge zu bieten – Bsp. Schlange, Affenhirn etc.).
Vielleicht reißen auch einfach alle anderen Leute außer meiner Person die Arme hoch und sagen: “Juhuu, endlich moderne leckere Rezepte mit diesen Zutaten, die längst in Vergessenheit geraten sind”. Dann bitte kauft Euch die neue essen & trinken und kocht: z.B. Gebratenes Rinderherz mit Peperonata oder Kalbsnieren mit Orangen-Polenta oder gar Saure Lüngerl mit Semmelknödel. Ich nage dann lieber an einer Möhre.

18. Januar 2008 um 15:15 Uhr
Hallo Melanie,
Innereien sind tatsächlich im kommen. Wichtig ist nur, dass sie “extrem” frisch zubereitet werden. Zarte Kalbsleber und Zunge in Madeira gehören sicher zu den Rennern. Wir stellen auch fest, dass Mockturtlesuppe zunehmend besser läuft. Ich bin zwar auch nicht der ganz große Innereien-Fan – aber ich probiere alles. Auf der DLG-Prüfung konnte ich als Prüfer verschiedene “Dinge” probieren. Die Japaner hatten da ganz besondere “Leckereien…”
18. Januar 2008 um 17:54 Uhr
Hallo Ludger, interessant, dass Du das als Profi auch bestätigen kannst. Die Qualität des Produktes ist natürlich vorrangig entscheidend und natürlich auch die Zubereitung. Ich glaube nur, ich brauche ganz schön viel Mut, um doch etwas davon zu probieren. Was ist denn Mockturtlesuppe? Das habe ich noch nie gehört.
19. Januar 2008 um 08:32 Uhr
Mockturtlesuppe ist eine regionale Suppe aus dem Oldenburger Land. Das Wort setzt sich aus “Mock” (Fälschung, nachgemacht) und “Turtle” (Schildkröte) zusammen. Es ist also eine Art nachgemachte Schildkrötensuppe. Die Herstellung der Suppe ist auf unserer Homepage zu sehen. Verschiedene Sender haben darüber schon berichtet.
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