Nun ist es amtlich: Laktoseintoleranz.
Nach diesem seltsamen Test beim Arzt weiß ich es nun, ich habe wie etwa 2/3 der Weltbevölkerung Laktoseintroleranz. In Deutschland sind es nur 15%, aber ich bin nun mal dabei. Keine Milchschokolade mehr, keine Lasagne, kein Raclette und 1000 andere Kleinigkeiten, die ich auch nicht mehr essen darf. Das Hauptproblem ist, nicht Milch und Milchprodukte wie Butter, Joghurt, Käse & Co. zu meiden, nein, weit gefehlt. Das Hauptproblem sind die Inhaltsstoffe von allerlei Produkten, in denen auch Milchzucker = Laktose versteckt ist! Das ist wirklich ein Abenteuer, denn die Lebensmittelindustrie liebt diesen Stoff und verwendet ihn ohne schlechtes Gewissen für das “Mundgefühl” und als Stabilisator. Und tricky ist auch das Essen außer Haus im Restaurant, denn auf Laktoseintoleranz ist man selbst in sehr guten Restaurants hier in Deutschland nicht vorbereitet. So geschehen am Samstag zu unserem Hochzeitstagsessen hier in Bühl.
Ich bin also nun damit beschäftigt, zu gucken, was ich eigentlich noch essen darf. Es gibt natürlich – ein Glück – laktosefreie Produkte – s. Foto -, aber denkste, die enthalten noch einen Rest-Laktoseanteil von 0,1% auf 100ml. Da heißt es am besten sich mal an Soja-Produkte zu gewöhnen. Huhuuuuuu. Das habe ich ja vorher immer total abgelehnt. Jetzt verstehe ich es aber, warum es so etwas gibt. Man lernt nie aus.
Während meiner Recherche habe ich zwei Bücher entdeckt, die ich echt toll und hilfreich finde. Das erste ist von Mini C, einer Chefköchin und Thailänderin, und Tanya Carr, Ökotrophologin: “Genussvoll Kochen bei Laktose-Introleranz”. Die beiden haben ein Buch wird wirklich leckeren Rezepten zusammengestellt, die ich jetzt nach und nach testen werde bzw. von denen man lernen kann, wie man Milchprodukte beim Kochen ersetzen kann. Dann gibt es noch ein Buch von Simone Maus und Britta-Marei Lanzenberger “Gesund essen bei Laktoseintroleranz”. Dieses Buch hat ein paar Klassiker wie Kräuterquark, Sauce Hollandaise, Béchamelsauce, Kartoffelgratin, Eiscreme und vieles mehr in laktosefreie Gerichte umgepolt. Es liest sich wirklich toll.
Ich werde von meinen laktosefreien Kochereien hier berichten.
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Abgelegt unter: Bücher, Laktosefrei am 01. Juli 2008 | Trackback





Viel Geduld beim Recherchieren und viel Spaß beim Ausprobieren!
Das wird schon. Eine Bekannte hat das auch, viel selber kochen ist bei ihr seit 3 Jahren angesagt, wenig Fertigprodukte, viel asiatisches. Sie hat sich sehr gut daran gewöhnt. Es ist ja immer schön, mal etwas andere Wege gehen zu dürfen.
Darf ich fragen, wieso du den Laktosetest überhaupt gemacht hast? Allgemeines Unwohlsein, Durchfall… ?
@Zorra: Schon länger habe ich gemerkt, dass ich Milch nicht mehr so richtig im Kaffee oder Müsli vertrage. Ich habe danach immer wahnsinnige Bauchschmerzen bekommen. Dann hatte ich etwa vor 4 Monaten eine Grippe und danach ging es dann richtig los. Ich habe seitdem eigentlich fast nur noch Durchfall. Häufig Bauchkrämpfe, fühle mich schlapp und manchmal unkonzentriert. Habe eine belegte Zunge, Kopfschmerzen. Als ich letzt bei einer Präsentation beim Kunden eine ganz heftige Kolik bekam, habe ich die Überweisung meines Hausarztes zum Internisten dann endlich wahrgenommen und habe den Test gemacht. Nach der Ernährungsumstellung geht es mir nun langsam wieder besser.
Laktoseintoleranz kann ganz schön nerven. Ich persönlich leide mal mehr mal weniger darunter. Woran das liegt kann ich mir nicht erklären. Zur Zeit scheint es einigermaßen zu gehen. Jedenfalls verzichte ich nicht völlig auf Milchprodukte sondern schränke nur den Konsum ein. Natürlich hat das zur Folge, dass ich unter den Konsequenzen von Zeit zu Zeit leiden muss und meine Umwelt leider manchmal auch.
Ein guter Tipp für alle Betroffenen beim Außer-Haus-Essen ist Lactase, die gibt es rezeptfrei in jeder Apotheke in Form verschiedener Präparate. Die richtige Dosierung muss jedoch jeder für sich selbst herausfinden.
Aus zwei Gründen rate ich jedoch vom verbreitetsten Präparat Laluk ab. Erstens ist es sehr niedrig dosiert und dadurch vergleichsweise teuer und zweitens schmecken die Kautabletten nach Buttertoffee, was ja zu Süßspeisen ganz nett sein kann, aber vor einer Carbonara ein echter Abtörner ist. Probiert statt dessen Lactrase oder Lactaid, die sind höher dosiert und weitestgehend geschmacksneutral.
@Frederik: Vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine Tipps. Von Lactase-Präparaten habe ich auch schon gelesen. Ich wusste allerdings nicht, dass es sie sogar rezeptfrei in der Apotheke gibt. Super. Die Dosierung muss wohl wirklich nicht so easy sein, aber was man nicht alles tut, um Raclette, Lasagne oder wie Du sagst Cabonara zu essen…. Ich teste es. Puhhh Geschmack von Buttertoffee, das stelle ich mir nun wirklich nicht so toll vor.
Willkommen in Club könnte ich fast sagen, aber es ist nicht meiner. Mein Chef und eine gute Freundin haben Laktoseintoleranz und wenn noch Leute hinzukommen, die kaum Fett essen dürfen oder kaum Fleisch mögen (ich), wird es mit der Kocherei schwierig bis unmöglich
Besagte Freundin nimmt selten Laktase, hat aber festgestellt, daß sie ungereiften Käse wie Mozzarella oder “alten” Käse wie Bergkäse recht gut verträgt (viell. eine Rettung für Deine Lasagne?). Desweiteren kommen alle Schafs- und Ziegenmilchprodukte gut an.
Schockierend, wo überall Milchzucker drin is…in Salami z.B.!
@Sabrina: Darauf hoffe ich! Nun muss ich mich aber erstmal generell zurückhalten, dann kann ich langsam austesten. Stimmt, Milchzucker ist fast auch in allen Brotsorten drinnen – das ist auch sehr doof.
[...] meiner Liebe zum Kochen und Genießen darf ich leider nicht alles essen, denn ich habe eine Laktoseintoleranz. Diese beschäftigt mich nun schon seit über einem Jahr sehr intensiv und es nervt einfach [...]