Fisch in La Spezia

Küchenphilosphie: Italienisch oder Französisch?

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Längere Zeit habe ich nun nicht mehr hier gebloggt. Das lag daran, dass wir im Urlaub waren. Wir waren wieder mal Segeln. Seegebiet: Korsika/Sardinen. Wer mehr dazu wissen möchte: www.soegler.de. Dort gibt es auch ein paar kulinarische Tipps aus der Bordküche “Kochen auf begrenztem Raum mit minimalem Equipment”.

Nun aber zum Thema. Da wir während dieses Urlaubs immer wieder zwischen Frankreich und Italien hin und her gependelt – d.h. gefahren und gesegelt – sind, haben wir die beiden Küchen eingehend miteinander vergleichen können und ich habe mir dazu so meine Gedanken gemacht.

Da ist die französische Küche: weltweit hochgelobt, Cote Cuisine, Nouvelle Cuisine, Froschschenkel, Champagner, Austern, Gänseleber & Co. Natürlich ist die französische Küche weltweit führend und hat die Maßstäbe gesetzt – keine Frage. Aber wie ist es im landläufigen Durchschnitt, außerhalb der “Gault Millau und Sterne-Welt”? Wie kann man also in Frankreich mal so am Abend in einem kleinen Restaurant Essen gehen und wie kann man dies in Italien gleichermaßen tun?

Dazu habe ich mir durch “trial and error” einen klaren Standpunkt erarbeitet: Bella Italia. Geht man quasi ohne große Vorbereitung und Auswahl über eine Empfehlung in ein ganz nett aussehendes Restaurant in einem fremden Umfeld, wird man in der Regel in Italien weniger enttäuscht als in Frankreich. Die italienische Küche hat einfach ein gesundes und leckeres kulinarisches “Mittelfeld” zu bieten. Das ist in Frankreich schon wesentlich schwieriger. O.k. Muscheln oder Flammkuchen können ganz lecker sein, aber dieses entsätzliche “Entrecote Steak” das man gerne mit Pommes Frites überall gereicht bekommt ist eine echte Zumutung. Mein Bruderherz, der keinen Fisch isst, hatte ein wirkliches Problem mit der Auswahl seiner Speisen.

Die Qualität der französischen Mittelklasseküche lässt nach unseren Erfahrungen wirklich zu wünschen übrig. Serviert wird das Ganze – insbesondere auf Korsika – noch mit einer guten Portion Arroganz. Zurück in Italien geht dann wieder mein Herz auf. Die Bedienungen sind super freundlich, unterhaltsam und auf der Menükarte findet man in der Regel immer etwas Ansprechendes.

So schön Korsika zum Segeln ist, kulinarisch ziehe ich Italien – d.h. Elba, Sardinen – in jedem Fall vor. In Wahrheit ziehe ich Italien Frankreich immer vor :-) …. Ich liebe Italien einfach….

Auf dem Reiserückweg übernachteten wir dann noch im Piemont. Das hatte ich meiner Crew natürlich untergejubelt. Das Piemont ist für mich mein kulinarisches Mekka!!!! An dieser Stelle ein “mille grazie” an unsere Pension “Il Pedaggio” – es war einfach wunderbar: klein, familiär und mit viel Herz.

3 Kommentare

  1. Im Prinzip gebe ich Dir recht, man kann in Italien in einer kleinen Trattoria immer besser und billiger essen als in einem Bistro in Frankreich….

    Aber, da ich seit Jahrzehnten im Mittelmeer herumsegele, kann ich nur sagen, dass Du anscheinend nicht die richtigen Anlaufstellen in Korsika hattest….Am Cap Corse habe ich in kleinen Fischrestaurants die besten und frischesten Langousten bislang gegessen…..Man muss halt dort vorort Leute kennen, dann hat man auch die Topadressen, die man so nie gefunden hätte…..

    Du solltest mal weitersegeln und zu den eolischen Inseln und dann nach Sizilien, um die Stiefelspitze nach Bari und dann die Adria hoch, da gibt’s super geniale kleine Fischläden……

  2. Ich komme grade von meiner ersten Italien Reise zurück und habe mir auch darüber Gedanken gemacht. Wenn man sich nicht auskennt kann man überall schlechte Erfahrungen mit günstigen Lokalen machen. Da hängt es oft vom Zufall ab, ob man jetzt Fan der französischen Küche ist oder mehr den Italiener mag. Sehr schlechtes Essen hatte ich auf beiden Seiten und auch sehr gutes. Ich habe dann die Essgewohnheiten im Supermarkt verglichen und war überrascht was für einen Mist der normale Italiener isst. Da gibt es zwar Zucchini Blüten, aber auch eklige abgepackte Pizzastückchen oder gammeliges Gemüse. Von den französischen Supermärkten bin ich immer total begeistert. In Carrefour gibt es eine riesige Auswahl und super Qualität (leider auch teuer). Selbst in den günstigen Norma bekommt man klasse Käse für kleines Geld. Mir scheinen deshalb die Franzosen als diejenigen, die allgemein mehr Wert auf gutes Essen legen.

  3. @Axel: Wir wohnen hier in der Nähe des Elsaß und gehen oft in Frankreich Lebensmittel einkaufen. Du hast Recht, die Supermärkte der Franzosen sind wirklich toll. Wir kaufen dort häufig Käse, Fisch und Wein, aber auch Kräuter oder Gemüse und Salz (Fleur de Sel). Die Franzosen kaufen in unseren Supermärkten dann eher Toilettenartikel und Grundnahrungsmittel :-) , weil das hier günstiger ist.

    Und ich denke auch, dass der Franzose in seinem häuslichen Umfeld sehr viel wert auf gutes Essen und die passenden Weine legt. Umso mehr hat mich die Situation in den Restaurants enttäuscht. Selbst hier im Elsaß kann man entweder leckeren Flammkuchen essen (Froschschenkel esse ich nämlich aus Prinzip nicht) oder man geht wirklich teuer essen, das ist dann natürlich super. Im Mittelfeld fehlt das Angebot einfach, finde ich.

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