Unser Gäste- und Trüffelhaus

Drome Provencale: Wie man Italien-Fans zu Frankreich-Fans macht!

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Einige Male habe ich mich hier im Blog bereits als Italien- und Trüffel-Fan geoutet. So gab es für mich bis dato nur einen wahren Trüffel, den aus dem Piemont! Von Sonntag bis Mittwoch wurde ich nun in die kulinarische Welt, aber auch den Zauber der Drome Provencale und ihres schwarzen Goldes eingeweiht. Und überzeugt!

Unsere beiden kulinarischen Experten, Martina und Joe, sprachen uns an, ob wir nicht dem Fasching entfliehen wollten und Lust auf eine Trüffelreise hätten. Da beide Aspekte für uns eine große Verlockung darstellten, sagten wir natürlich sofort zu. Vor der Abfahrt türmten sich noch Berge auf unseren Schreibtischen und wir bereiteten uns so überhaupt nicht auf die Reise vor und in Wahrheit wussten wir gar nicht genau wo es hin geht. Drome Provencale – hmm wo liegt denn das? Aber wir haben ja den Joe und ein Navi im Auto – letzteres hatte nicht immer den besten Weg parat … Schwamm drüber!

So ging es Sonntagmorgen aus einem kalten und verregneten Deutschland los gen Frankreich. Auf der Fahrt dachten wir kurz, wir hätten die falsche Reise gebucht und unsere Ski vergessen, denn es schneite auf der Fahrt mächtig. Aber die Drome Provencale erwartete uns mit trockenem Wetter, 7-11Grad, später auch mit wunderbarem Sonnenschein und einem ausgewachsenen Mistral: Perfekt.

Trüffel satt

Wir erlebten Tage im wahren Trüffelrausch! Von der Vorspeise bis zum Dessert (ja!) war jedes Gericht mit dem schwarzen Gold der Drome verfeinert: Jakobsmusscheln mit Trüffeln verschlossen gedünstet, Taube aus der Drome mit Topinambur-Puffern, Brie aus dem Holzofen mit Trüffel, Tiramisu mit Trüffel, Ravioli mit Trüffel auf Gänseleber (mein persönliches Highlight), Eis mit Trüffel, Rührei mit Trüffel, Kartoffelpüree und einem typischen Rindergulasch aus der Drome mit Trüffel, Lauchsuppe mit Trüffel……

Man isst, für alle, die es genau wissen wollen, den Tuber Melanosporum auch Truffe du Perigord. Dieser ist schwarz mit feinen weißen Sporen und die beste Qualität, die man bekommt. Er hat zwischen dem 1. Dezember und 31. März Saison. Sein Duft und Geschmack sind sehr sehr fein und unvergesslich. Dieses Jahr ist ein gutes Trüffeljahr in dieser Region. Auch die Verkaufspreise waren wesentlich niedriger als im letzten Jahr. Das mag ein wenig an der Wirtschaftskrise liegen, aber auch daran, dass die Ernte in diesem Jahr üppiger war.

Trüffelsuche

Auf die Trüffelsuche freute ich mich am meisten. Philippe, dem mit seiner Frau Benedicte die wunderschöne alte Mühle (Maison du Moulin in Grignan – ein sogenanntes chambre d’hotes = Gästehaus) gehört, in der wir wohnten und hauptsächlich speisten, zog mit uns und der Hauptperson „Mandoline“ (ich hoffe, ich habe es richtig geschrieben), der Mischlingshündin und Trüffelexpertin, los. Die Hündin war schon vor der Abfahrt total aufgeregt und freute sich irrsinnig auf ihren Job – und die Leckerlis! Für die Suche dieser unterirdisch wachsenden Pilze, die in Symbiose mit den Wurzeln eines Baumes wachsen und den Baum quasi als Wirt nutzen, ist ein perfekt ausgebildeter Trüffelhund unverzichtbar. Besser als Trüffelschweine, die mit unter den Trüffel selbst fressen, arbeitet der Hund dank einer Belohnung in Fleisch- oder Käseform zuverlässiger.

Wir schlenderten also durch den Eichenhain von Philippe kaum drei Meter weit, schon hatte Mandoline die erste Fährte. Sie markierte mit den Pfoten die Stelle mit einem kleinen Loch und wartete auf Philippe, der die Stelle kontrollierte, an der Erde roch und Mandonline auf Kommando weiter graben lies. Stück für Stück – sehr vorsichtig. Den letzten Teil des Ausgrabens übernahm er. Und da war er, ein schöner Trüffel … und auch schon in Philippes Tasche verschwunden…. Insgesamt waren wir etwa 30-45 Minuten unterwegs und hatten vielleicht 10 Trüffel gefunden. Da wir uns schon am Ende der Saison befinden, war die Größe und Ausbeute nicht mehr so groß. Es war aber trotzdem höchst spannend und ich war überrascht, wie schnell und zielsicher Mandoline fündig wurde.

Ging es denn nur um den Trüffel?

Nein, für alle, die es genau wissen wollen! Es ging auch um ganz viel Wein und Weinverkostungen bei dieser Reise, um Nougat, um Oliven, um Käse, um Thymian-Schnaps, ums Kochen (wir hatten auch einen Kochkurs) und vorallem um die wunderschöne Landschaft der Drome, das Schloss von Grignan und die Weinuniversität in Suze la Rousse… Es war traumhaft und ging viel zu schnell vorbei.

Vielen Dank an dieser Stelle an unsere Waldi, die alles organisiert hat, uns jeden Wunsch von den Augen ab las und perfekt übersetzte. Danke auch an Joe und Martina, dass wir diese Reise mitmachen konnten und so viel super nette und tolle Leute kennenlernen durften.

Wer Lust auf die Drome Provencale bekommen hat – hier ein paar Links:

www.maisondumoulin.com: Unser Gäste- und Trüffelhaus

www.gruppenreisen-frankreich.de: Hier seht Ihr auch Waldi

Die Weinuniversität: Nicht nur für Profis

www.inter-rhone.com

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11 Kommentare

  1. Also ich meinen ersten Trüffel gegessen habe, da war ich der Meinung, dass der gar nicht so schlecht schmecken kann. Jeder redet davon und jeder sagt, dass es eine sehr gute Sache ist. Aber ich muss sagen, dass ich diese Begeisterung nicht teilen kann. Ich hatte damals ein Nudelgericht mit Trüffel. Das Gericht war nicht gerade billig, denn mir wurde gesagt, dass es sich um einen teuren Trüffel handelt aber ich konnte jetzt nicht feststellen, dass es besonders lecker schmeckt. Mir hat es nicht geschmeckt.

  2. @Christian: Hmm das ist schade. Aber Trüffel polarisiert, glaube ich. Entweder man liebt ihn oder man mag ihn gar nicht.

  3. Na ja das mit den Trüffeln ist so eine Sache, wenn man Trüffeln gewohnt ist, schmecken sie besser, warum auch immer. Als ich zum ersten Mal welche gegessen habe war ich auch nicht war davon überzeugt, ich konnte nicht sagen Trüffel schmecken gut, aber ich hatte mir halt den Geschmack noch vorzüglicher vorgestellt.

  4. Also ich denke auch, dass das Genießen von Trüffeln erst nach mehreren Mahlzeiten damit zustande kommt. Beim ersten Trüffel-Gericht ist man den Geschmack noch nicht gewohnt, man kann den Trüffel also gar nicht so genießen, wie man das vielleicht möchte. Aber mit der Zeit wird es wirklich besser, es kommt ja dann auch immer drauf an, welchen Trüffel man gerade bekommt.

  5. Sind die Trüffel in Olivenöl eingelegt vergleichbar ?
    So richtig Trüffel satt wird doch etwas kostenspieliger sein ??

  6. @ Willi: Also über frischen Trüffel geht nix. Wenn Trüffel, dann richtig, auch wenn es selten ist. Wir haben für eine dickere Trüffelknolle, die hatte etwa 30 g, so 25 € bezahlt. Diese reichte für zwei Trüffelgerichte für 4 Personen. Nicht günstig – klar, aber gut. In Öl eingelegter Trüffel hat einfach nicht die Konsistenz und den Duft wie frischer Trüffel. Man muss frischen Trüffel auch gleich verwerten und max. nur eine Woche aufheben. Am besten lagert man ihn eingeschweißt, das ist am besten, in Reis oder in einem Glas mit ganzen Eiern in der Schale. Mit Trüffelresten kann man sehr gut Trüffelbutter machen, die man dann einfriert.

  7. Pingback: Brie und Trüffel ein geniale Sache | neue/ess/klasse

  8. Man darf nicht vergessen zu erwähnen was für eine überaus tolle Landschaft in der Drome Provencale einen erwartet – War selbst schon dort und einfach nur begeistert – Das totale Ambiente und die Leute dort sind einfach der Hammer. Auf Trüffelsuche war ich dort leider nicht, aber das wäre dann ja mal eine Wiederkehr wert, denn Trüffel esse ich auch sehr gern, aber meist nur schon fertig verarbeitet in den Lindt Sprüngli hihi.

    🙂

  9. mhh jam jam, das sieht auch alles richtig toll aus. zusätzlich die schöne Landschaft, was will man mehr zur Entspannung.

  10. Also wir benutzen Trüffelöl zu mediterranen Gnoccis, die peppen den Geschmack nochmal richtig auf. Oder einfach auf Karotten-Nuss-Brot drüber tröpfeln ;), super lecker!

    viele Grüße Oliver

  11. Also mit dem Trüffel ist das so eine Sache: Mann muss mit wenig und selten beginnen, mal ein Teller Pasta mit Trüffel und Butter mit Parmesan, dann mal ein Risotto mit Trüffel, mal eine Kartoffelstock mit Trüffel usw. ich garantiere, nach ca. 20 feinen Mahlzeiten, ist man süchtig nach Gerichten mit der Knolle. (Ich bin es auf jeden Fall)

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